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Das Arbeiten mit der Pelz-Schneidemaschine Abb 5
 

 

 

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Description
Deutsch: Das Arbeiten mit der Pelzschneidemaschine
In jedem Betrieb, wo öfters Kleidungsstücke in Auslassarbeit hergestellt werden, ist die zeitraubende Arbeit des Schneidens der Auslass-Schnitte ein Problem.
Da sich, dank der progressiven Entwicklung in der Pelzbranche, mehr und mehr die Mechanisierung verschiedener Arbeiten durchsetzt, lag es auf der Hand, eine Maschine zu konstruieren, welche die mühselige Schneidearbeit übernimmt.
Seit Jahren ist nun eine Pelzschneidemaschine (Abb. 1 (aus urheberrechtlichen Erwägungen wurde das Foto der Komet-Schneidemaschine hier nicht mit abgebildet)) auf dem Markt. Wie die meisten Maschinen, die Handarbeit besser und schneller ausführen, so ist auch die Pelzschneidemaschine in der Lage, Streifen zu schneiden, die gleichmäßiger sind, weniger Schnitthaare ergeben und einen Bruchteil der Zeit in Anspruch nehmen als es die Handarbeit erfordert.
Die Arbeitsweise der Maschine ist denkbar einfach.
Auf einer, mit hohen Touren rotierenden Welle sind in bestimmten Abständen (Schnittbreiten) Kreismesser angebracht (bei einer Schnittbreite von vier Millimetern sind es 70 Messer). Das zu schneidende Fell wird unter einer Gummiwalze über eine Nadelwalze so an den rotierenden Messern vorbei geführt, dass das Fell sauber und gleichmäßig, ohne Verletzung der Haare, geschnitten wird. (Abb. 2 (aus urheberrechtlichen Erwägungen wurde das Foto einer Komet-Schneidemaschine hier nicht mit abgebildet)) zeigt die aufgeklappte Maschine, so dass Gummiwalze, Nadelwalze und Schneidemesserwelle sichtbar werden. Die Schneidemesserwelle ist durch das vordere Kammblech verdeckt, welches zum Schutz dient und nur ein kleines Stück Messer erkennen lässt.
Das Arbeiten mit der Maschine erfordert eine leichte Umstellung des Rechenvorganges, welcher von der Grundberechnung zwar nicht abweicht, sondern diese etwas vereinfacht, da das Aufzeichnen der Schnitte wegfällt und man nur noch die Kontrollschnitte benötigt.
1. Vorbereiten
Die Felle werden aufgespannt wie üblich und mit einem Stärkemehlbrei eingestrichen, so dass das Fell genügend Festigkeit erhält. Die Felle werden nach dem Aufzwecken, wenn sie noch feucht sind, gestärkt, damit die Stärke in das beim feuchten Leder noch aufnahmefähige Fasergebilde eindringen kann. Die Maschine ist so eingestellt, dass, wenn das Fell über die Nadelwalze läuft, die Haarseite des Leders von den Nadelspitzen erfasst wird. Das Haar richtet sich in den Nadeln auf. Nadel- und Messerwalze entsprechen so genau einander, dass das Leder glatt durchgeschnitten wird und selbst bei dünnem Leder kein Haar verletzt werden kann. Ein Vorteil sei hier gleich gegenüber dem Schneiden mit der Hand erwähnt. Man kann mit dem Kürschnermesser nie genau die Felle in Lederstärke schneiden, die Messerspitze kommt in das Wollhaar und schneidet oft einen Teil der Wollhaare ab. Des weiteren werden beim Schneiden mit der Maschine durch das genau vertikale Auftreffen der Messer auf das Leder (Abb. 3) tatsächlich nur so viel Haarwurzeln angeschnitten, wie die 0,10 Millimeter starken Messer das Leder zerschneiden.
Beim Schneiden mit der Hand hingegen wird das Messer immer etwas diagonal gehalten (Abb. 4) und verletzt, je nach dem Grad der Schräge, mehr Haarwurzeln. So erklärt sich auch das wesentlich geringere Anfallen von Schnitthaaren beim maschinegeschnittenen Fell.
2. Markieren
Farbgrenzen (Kreuz — Seite — Kehle etc.) sowie der Grotzen werden auf der Lederseite markiert.
3. Aufzeichnen des Schnittwinkels
Es gibt hierzu ein praktisches Parallel-Messgerät. Damit kann man sofort ablesen, wieviel Schnitte in der auszulassenden Fläche eines Felles bei einem entsprechenden Schnittwinkel unterzubringen sind.
Man errechnet sich die Auslasslänge zum Beispiel:
Musterlänge (ML) 118 cm
- Fellänge (FL) 58 cm
= Auslasslänge (AL) 60 cm
Die durchschnittliche Rückung der verschiedenen Fellarten ist bekannt. (Siehe „Berechnungen zum Auslassen und Umschneiden“.)
Hat eine Fellart beispielsweise eine durchschnittliche Rückung von 1,2 cm (Höchstrückung ca. 2 cm), dividiert man die durchschnittliche Rückentfernung durch die Auslasslänge und erhält die erforderliche Schnittzahl.
Auslasslänge (AL) : Durchschnittliche Rückentfernung (DR)
= Schnittzahl (SZ)
60 cm : 1,2 cm = 50 Schnitte
Stellt man jetzt das Parallel-Meßgerät auf 50 Schnitte ein, so hat man automatisch den erforderlichen Schnittwinkel (Abb. 5). Da beim Schneiden mit der Maschine das Aufwalzen der Schnitte wegfällt, kann man mit diesem einfachen Gerät sofort den benötigten Schnittwinkel und die Schnittzahl genau feststellen. Am Fell hat man die Streifenbreiten angezeichnet und legt nun das Messgerät an den Punkten der oberen und unteren Streifenbreiten an. Jetzt kann man den Schnittwinkel auf das Fell übertragen. Schwenkt man das Messgerät um 180 Grad, so kann auf der anderen Fellhälfte entsprechend angezeichnet werden.
An den unterschiedlichen Breitengrenzen und in der Fellmitte wird ebenfalls der Schnittwinkel (Kontrollschnitte) eingezeichnet. In der Mitte der Verbindungsstäbe des Parallel-Messgerätes sind Markierungen angebracht, welche den parallelen Winkel in der Mitte des Felles angeben.
4. Berechnen
Fellänge (FL) = 120 cm
Fellbreite (Fbr) = 7 cm
Die Schnittzahl ist bekannt. Die durchschnittliche Schenkellänge wird durch Messen der Kontrollschnitte (arithmetisches Mittel) festgestellt (Abb. 6)
Schnitt A 10 cm
Schnitt B 16 cm
Schnitt C 28 cm
Schnitt D 23 cm
Schnitt E 23 cm
100 cm : 5 = 20 durchschnittl. Schenkellänge (Sld)
Auslasslänge : Schnittzahl = durchschnittl. Rückentfernung (schon festgestellt)
60 : 50 = 1,2 cm
durchschnittl. Rückentfernung x 100 : durchschnittl. Schenkellänge = prozentuale Rückentfernung
1,2 x 100 : 20 = 6%
Schnitt A rückt 10 cm x 6 : 100 = 0,6 cm
Schnitt B rückt 16 cm x 6 : 100 = 0,9 cm
Schnitt C rückt 28 cm x 6 : 100 = 1,7 cm
Schnitt D rückt 23 cm x 6 : 100 = 1,4 cm
Schnitt E rückt 23 cm x 6 : 100 = 1,4 cm
Die Rückentfernung kann nun wie üblich auf das Fell übertragen werden (Abb. 6). Will man ein Fell umschneiden, so kann dasselbe nach der üblichen Berechnung auch mit der Maschine geschnitten werden. Das Markieren der einzelnen Streifen kann dann leicht nach dem Schneiden geschehen.
5. Vorbereiten zum Schneiden
Das Fell wird im Grotzen getrennt und das untere bzw. das obere Dreieck, durch welches keine Schnitte laufen, abgeschnitten. Bei sehr langen Fellen müssen die Hälften evtl. noch einmal in der Länge geteilt werden, wenn mehr Schnitte in einer Fellhälfte sind als Messer in der Maschine.
Bedenken, die gegen ein Zertrennen des Felles im Grotzen bestehen, können leicht zerstreut werden. Wenn der ausgelassene Streifen am Grotzen sauber geschnitten wird, das heißt, dass man nur die Ecken begradigt, danach so zusammennäht, dass keine Haare eingenäht werden, so ist kein nachteiliger Unterschied feststellbar. Im übrigen muß man hier und da Streifen versetzen und somit das Fell im Grotzen trennen.
6. Schneiden
Man schneidet möglichst in Haarrichtung. Hierzu wird der angezeichnete Winkel der zu schneidenden Fellhälfte mit den auf dem Anlagetisch befindlichen Linien in Anschlag gebracht (Abb. 7). Zugleich wird eine Pappe unter den dazu vorbereiteten Anlagetisch gelegt. Durch Betätigen der Handkurbel wird die Fellhälfte von der Gummiwalze erfasst und von dieser gehindert, sich seitlich zu verschieben. Das Fell erreicht jetzt die Nadeln der Nadelwalze und wird von diesen an den mit 2850 U/min rotierenden Messern vorbei geführt und sauber und gleichmäßig geschnitten. Synchron läuft unter der Maschine die Pappe mit, welche die geschnittenen Streifen aufnimmt (Abb. 8 (aus urheberrechtlichen Erwägungen wurde das Foto einer Komet-Schneidemaschine hier nicht mit abgebildet)).
Auf diese Weise werden innerhalb kurzer Zeit die Felle eines Werkstückes sauber und einwandfrei geschnitten.
Ein gleichmäßig geschnittener Streifen fordert, im ganzen gesehen, weniger Nahtverlust und lässt sich leichter und schneller nähen. Durch diese Gleichmäßigkeit gewinnt auch das fertige Pelzstück.
Zum Schluss noch ein Wort zur Schnittbreite.
Bevor man sich eine solche Pelzschneidemaschine anschafft, müssen genaue Überlegungen angestellt werden, welche Schnittbreiten in dem entsprechenden Betrieb vorherrschen. Es liegt nicht in der Absicht dieses Aufsatzes, für eine bestimmte Schnittbreite zu plädieren.
Die Grundschnittbreiten der Maschine sind
4 mm
4,5 mm
5 mm
6 mm
7 mm
Veränderungen der Schnittbreite einer Maschine sind nur im Verhältnis zur jeweiligen Grundschnittbreite möglich. Das heißt, hat eine Maschine eine Grundschnittbreite von 4 mm, so ist eine Veränderung der Schnittbreite nur auf 8 mm, 12 mm usf. möglich. Man kann die Messerwelle also nicht auf 5 mm oder 6 mm o. ä. verändern. Die einzelnen Teile der Maschine, wie Anlagetisch, Nadelwalze, Messerwelle, vorderes und hinteres Kammblech, sind auf die entsprechende Grundschnittbreite eingestellt. Man kann also nur durch Herausnehmen einzelner Messer auf 8 mm bzw. 12 mm, bei einer Grundschnittbreite von 4 mm, gehen, niemals aber auf Zwischenbreiten.
Schneidet man in einem Betrieb beispielsweise öfters 4 mm und 8 mm, so ist es empfehlenswert, eine Maschine mit der Grund-schnittbreite von 4 mm zu kaufen und dazu, zum schnelleren Auswechseln, eine Messerwelle von 8 mm.
Dass die Pelzschneidemaschine in vielen Betrieben nicht mehr wegzudenken ist, zeigt, dass nur das Arbeiten nach modernsten Methoden, mit rationellen Maschinen, gerade in der Pelzbranche, den Anforderungen der Zeit gerecht werden kann.
Date November 1964(1964-11)
Source Own work
Author Rudolf Toursel
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